Über mich

Studium, Texterin, Karriere, große Marken und Agenturen, Selbstständigkeit, Familie, tolles Leben, Erkrankung, kein Business mehr, Recovery, neues Business. Das war die Kurzversion.

In diesem kurzen Podcast-Interview erzähle ich, was ich heute so mache.

Hier kommt die ausführliche Version: Ich gehöre zu den sogenannten Boomern, die in letzter Zeit an allem schuld sein sollen. Diese Kohorte startete mit einer turbulenten Zeit, es ging immer nur aufwärts und alle glaubten an eine rosige Zukunft. Ich ging brav zur Schule, obwohl ich keine Lust darauf hatte, mich von blöden Lehrern tyrannisieren zu lassen und ungerechte Noten zu bekommen. Ich fand jedenfalls, dass es oft so war. Okay, es gab auch gute und freundliche Lehrer. Allein diesen habe ich es zu verdanken, dass ich mich zu einem Studium der Germanistik und Romanistik aufraffen konnte. Nach einer gewissen Zeit machte mir das plötzlich Spaß, denn meine Lieblingsbeschäftigung war es schon immer, Bücher zu lesen. Das ist übrigens heute noch so.

Zuerst wollte ich Lehrerin werden. Im Laufe meines Berufslebens habe ich nicht nur einmal bereut, dass ich es nicht geworden bin. Zu spät. Leider hatte ich direkt nach dem Studium eine schlimme Depression, ohne zu ahnen, dass es eine war. Ich fühlte mich einfach nur mies, hässlich und zu allem zu doof. Statt wie geplant ein Referendariat zu machen, rutschte ich in meine erste Trinkphase und stellte fest, dass es ganz gut gegen diese unguten Gefühle half, mit Freunden auf der Terrasse einer Studentenkneipe in der Sonne zu sitzen und Wein zu trinken, bis die schlechte Stimmung vorüber war.

Dann half mir der Zufall und ich bekam die Möglichkeit, in einer Werbeagentur als Juniortexterin anzufangen. Leider wurde auch in diesen Kreisen gern getrunken. Doch der Job machte mir Spaß, die Kollegen waren nett und ich fand neue Freunde. Ich lernte viel über alle möglichen Produkte und darüber, wie unsere Wirtschaft funktioniert. Vieles davon gefiel mir zwar nicht. Aber ich machte ein bisschen Karriere und verdiente mit der Zeit ganz gut. Ich arbeitete in tollen Agenturen wie Ogilvy und Leo Burnett, für Kunden wie American Express, Lufthansa, die die Dresdner Bank, Kellogg, Procter & Gamble, das Bayerische Fernsehen.

Nach zehn Jahren als Angestellte machte ich mich aus einer Laune heraus selbstständig und arbeitete von nun an freiberuflich. Das lief zunächst sehr gut. Doch bei der Arbeit als Freiberuflerin stellte sich mit der Zeit ein bestimmtes Muster heraus: Entweder hatte ich zu viel zu tun oder zu wenig. Das heißt, eine hohe Arbeitsbelastung und damit verbundener Stress wechselten sich ab mit der Sorge, wie es weitergehen sollte. Nach ein paar Jahren wurde es noch schwieriger, weil in der Werbebranche die Luft raus war. Dann saß ich zu Hause rum und hatte nichts zu tun. Wieder Existenzängste. Abends wurde es besser, denn dann genehmigte ich mir ein paar Gläser Rotwein. Leider wurden es  immer mehr. So rutschte ich ganz langsam in meine Alkoholabhängigkeit rein.

Irgendwann wurde mir klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste einen Entzug und anschließend eine vier Monate lange Reha machen. Danach war ich zwar nüchtern und es ging mir  wieder gut. Doch in meinem alten Beruf als Texterin konnte ich nicht mehr arbeiten. Erstens wäre das für mich viel zu viel Stress gewesen, und ich wäre aller Voraussicht nach rückfällig geworden. Das konnte und wollte ich nicht. Außerdem: Wer einmal draußen ist, bekommt mit über fünfzig Jahren in der Werbung keine Aufträge mehr. Und auch nirgendwo sonst. Jedenfalls keine, die halbwegs gut bezahlt werden.

Also, was tun?

Letztlich blieb mir nichts anderes übrig, als zu schreiben. Denn etwas anderes konnte ich zu jenem Zeitpunkt nicht. So entstand mein Buch „Die Bestie schläft“. Ich hoffte natürlich, damit einen Bestseller zu landen und fortan finanziell ausgesorgt zu haben. Das kommt wohl erst noch.

Doch immer, wenn ich mit anderen über den Inhalt meines Buchs sprach, stellte sich heraus, dass Alkohol und die Abhängigkeit davon ein ganz, ganz heißes Thema sind, das zwar nahezu jede Familie betrifft, das aber nicht wirklich jemand in Angriff nehmen will. Mittlerweile hat sich das zwar etwas geändert, insbesondere durch das Sobriety Movement, das aus den USA zu uns herübergeschwappt kam. Als ich mit dem Trinken aufgehört habe, wusste davon hierzulande noch niemand etwas. Doch ein freiwillig nüchterner Lifestyle ist etwas anderes als eine Suchterkrankung. Deshalb habe ich mich auf letzteres konzentriert, denn damit kenne ich mich aus.

Inzwischen habe ich noch ein paar andere Dinge gelernt, zum Beispiel Coaching. Dafür habe ich eine ganze Ausbildung gemacht, ebenso wie für das öffentliche Reden oder auch Speaking. Inzwischen halte ich Vorträge und Keynotes zum Thema Alkoholabhängigkeit und wie kommen wir da raus.

Foto  © Paul Königer

Kein Heilversprechen

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